Spot aus, LYGHT an! State-of-the-art-Revitalisierung mit Design & Build
Kein Projekt wie jedes andere: das LYGHT am Düsseldorfer Kennedydamm. Gemeinsam mit MOMENI haben wir ein Bürogebäude aus den 1970er-Jahren in eine identitätsstiftende Landmarke transformiert, die den Bestand neu lesbar macht. Daniel Bankamp, Regionalleiter und Mitglied der apoprojekt-Geschäftsleitung, über Mehrwert durch Partnerschaft.

Bestandsentwicklung ist Teamsport. Klingt banal, hat es aber in sich. Denn im deutschen Bauwesen folgt die Projektabwicklung meist einer sequenziellen Logik, bei der Akteurskonstellationen von Phase zu Phase wechseln und Verantwortung an Schnittstellen endet. Informationsverluste und operative Reibung sind systemimmanent. Gerade komplexe Revitalisierungen verlangen allerdings genau das Gegenteil: Planung und Bauen müssen von Anfang an ineinandergreifen.
Der planende Generalunternehmer
apoprojekt verfolgt das Design & Build-Prinzip zwar seit jeher, doch das LYGHT markierte auch für uns eine neue Stufe. Erstmals stemmten wir als alleiniger Generalunternehmer sämtliche Planungs- und Bauleistungen bei einem Projekt dieser Größenordnung – von der Fassade über die TGA bis zu den Außenanlagen. Als es 2022 losging, blickten MOMENI und wir bereits auf eine langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit zurück. „Wir haben damals in einer herausfordernden Marktphase einen verlässlichen Partner für die Realisierung dieses anspruchsvollen Vorhabens gesucht. Dabei war uns wichtig, alles in einer Hand zu wissen“, sagt Lukas Feldhaus, Senior Project Manager bei der MOMENI Group. „Durch die frühzeitige Einbindung in den Value-Engineering-Prozess kannte apoprojekt jedes Detail schon vor dem ersten Spatenstich."

Spielräume trotz Korsett
Dass MOMENI sich nach Prüfung verschiedener Szenarien, einschließlich Abriss und Neubau, überhaupt für den Bestand entschieden hatte, lag vor allem an der hohen Qualität der Primärstruktur. Die tragende Stahlbetonkonstruktion und die Treppenhauskerne konnten vollständig erhalten werden. Hinzu kam das für heutige Bürogebäude eher unkonventionelle, aber umso reizvollere Achsmaß von 1,87 m. Wie viel Flexibilität das vermeintlich starre Bestandskorsett zulässt, zeigt der Entwurf von Caspar Schmitz-Morkramer, CEO und Gründer des Architekturbüros caspar.. Klassische Zellenbüros, Open Space oder Activity-based Working: Das LYGHT unterstützt das gesamte Spektrum moderner Arbeitswelten.
Impuls für die Quartiersentwicklung
Doch nicht nur in der Fläche entfaltete der Bestand sein Potenzial. Das Gebäude wuchs buchstäblich über sich hinaus. Das ursprünglich zwölfgeschossige Hochhaus und der zweigeschossige Flachbau erhielten jeweils eine zusätzliche Ebene. Auf dem Flachbau entstand eine Dachterrasse. Die doppelschalige Glas-Aluminium-Fassade überragt die oberste Geschossdecke um bis zu acht Meter; der geschützte Raum hinter der Attika beherbergt einen Skygarden mit weitem Blick über Düsseldorf. Gleichzeitig rückte die Lobby als neues verbindendes Zentrum zwischen die beiden Gebäudeteile. Ziel war es, einen lebendigen Ort zu schaffen, der sich bewusst zum Quartier öffnet und die Grenzen zwischen Innen und Außen aufhebt.

Am nachhaltigsten ist das, was es schon gibt
„Nachhaltigkeit ist inzwischen ein Muss – sowohl für Mietinteressenten als auch für Investoren“, erklärt Feldhaus. Der größte Hebel beim LYGHT war der Erhalt von rund 19.000 Tonnen Stahlbeton. Green Building endet aber nicht bei grauer Energie. Es gilt, Immobilien über ihren gesamten Lebenszyklus ESG-fit zu machen. Dabei spielt die Technische Gebäudeausrüstung eine zentrale Rolle. Um das LYGHT auf KfW-55-Effizienzhaus-Standard zu heben, setzten wir umfangreiche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und Einbindung erneuerbarer Energien um. Dazu zählen unter anderem die Integration von Photovoltaik in die Fassade, die Installation eines Smart-Metering-Systems und KI-gestützte Betriebsoptimierung. Ergänzt wird das Nachhaltigkeitskonzept durch rund 1.500 qm begrünte Frei- und Terrassenflächen. Sie regulieren das Mikroklima und stärken die innerstädtische Biodiversität. Wie für all seine Developments strebt MOMENI eine LEED-Zertifizierung in Gold an. In Sachen Konnektivität zählt das LYGHT schon jetzt zu den Vorreitern. Als erstes Gebäude in Deutschland erreichte es die maximale Punktzahl bei der WiredScore-Platinum-Zertifizierung.

„Das LYGHT zeigt exemplarisch, welches Potenzial im Bestand steckt, wenn Planung und Bauen von Anfang an integriert gedacht werden – und zugleich, wie herausfordernd sich die Umsetzung solch komplexer Projekte gestaltet. Gemeinsam mit MOMENI ist es uns gelungen, eine kompromisslos nachhaltige Revitalisierung auf Neubau-Niveau zu realisieren.“
Daniel Bankamp,
Regionalleiter und Mitglied der apoprojekt-Geschäftsleitung